Berufsunfähigkeit Definition

Spricht man von der Berufsunfähigkeitsdefinition zur Deutschen Rentenversicherung oder der zu einem privaten Versicherungsvertrag?

 Unter den Versicherern gibt es nämlich keine einheitliche Definition zur Berufsunfähigkeit!

Diese verwenden in ihren Verträgen unterschiedliche Definitionen dafür, wann man berufsunfähig ist, weil Sie Ihren Kunden

  • sowohl eine preiswerte Basisabsicherung 
  • als auch einen umfassenden Versicherungsschutz 

anbieten möchten.

Gesetzliche Definition Berufsunfähigkeit: 
Wann man berufsunfähig ist


Der Gesetzgeber hat die Berufsunfähigkeit im Versicherungsvertragsgesetz folgendermaßen definiert:

Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann. Als weitere Voraussetzung (…) kann vereinbart werden, dass die versicherte Person auch keine andere Tätigkeit ausübt oder ausüben kann, die zu übernehmen sie auf Grund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten in der Lage ist und die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.“

Durch die deutsche Rentenversicherung wird allerdings keine Berufsunfähigkeitsrente gezahlt!

Rechtsgrundlage für die Berufsunfähigkeit Definition bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist immer eine vertragliche Regelung:

Bis zur Reform des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) im Jahr 2007 war es mit einer Definition Berufsunfähigkeit bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung gar nicht so einfach. Jeder Versicherer konnte Berufsunfähigkeit so definieren wie er wollte, weil es keine gesetzliche Definition als Richtlinie gab.
Seit 2008 findet sich erstmals eine gesetzliche Definition für private Berufsunfähigkeitsversicherungen im § 172 Absatz 2 des Versicherungsvertragsgesetz (VVG):

Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“ 

Diese recht kurze und verständliche Definition von Berufsunfähigkeit wird allerdings im folgenden Absatz 3 wieder etwas aufgeweicht:

„Als weitere Voraussetzung einer Leistungspflicht des Versicherers kann vereinbart werden, dass die versicherte Person auch keine andere Tätigkeit ausübt oder ausüben kann, die zu übernehmen sie auf Grund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten in der Lage ist und die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.“ Hierbei handelt es sich um die Rechtsgrundlage der Konkreten Verweisung („Tätigkeit ausübt“) bzw. der Abstrakten Verweisung („Tätigkeit ausüben.

  Für den Einzelnen gilt grundsätzlich das, was im Vertrag zur Definition "Wann ist man Berufsunfähig?" oder "Wann liegt Berufsunfähigkeit vor?" vereinbart ist.